Leistungsprüfung in der MPA Laage

Die stationäre Leistungsprüfung für Schafe wird seit Ende 1993 in der Prüfstation Laage durchgeführt. Dabei wurden die Prüfbedingungen und -möglichkeiten mit viel Eigeninitiative kontinuierlich verbessert. So konnte mit dem Einsatz von Futterautomaten mit Einzeltiererkennung die Voraussetzung für eine objektivere Futtererfassung geschaffen werden. Zudem wurde die Ultraschallmessung der Muskel- und Fettdicke routinemäßig in die Prüfung integriert. Mit der Bereitstellung zusätzlicher Prüfkapazitäten ist zudem eine Aufzucht potentieller Zuchtbock-Anwärter bis zur Körung unter einheitlichen Bedingungen gewährleistet. Damit steht den Mecklenburg-Vorpommerschen Schafzüchtern ein weit über die Möglichkeiten der Feldprüfung hinausreichendes System der Leistungsprüfung zur Verfügung.

Die Stationsprüfung bietet durch die weitgehende Standardisierung der Haltungs- und Fütterungsbedingungen nicht nur eine gute Vergleichbarkeit des erreichten Leistungsniveaus über einen längeren Zeitraum, sondern auch die Möglichkeit eines überbetrieblichen Vergleichs der Leistungsentwicklung. Dies ist vor allem für kleinere Zuchtbetriebe von Vorteil.

Stationäre Aufzucht für potentielle Zuchtbockanwärter

 

Eine stationäre Aufzucht potentieller Zuchtbock-Anwärter (Prüfabschnitt II) erfolgt seit 2005 nach einem gemeinsam mit dem Institut für Tierproduktion Dummerstorf der Landesforschungsanstalt Mecklenbug-Vorpommern 2004 organisierten und erfolgreich durchgeführten „Probelauf“.

Zur Aufzucht werden in Abstimmung zwischen den Züchtern, dem Verband und der Prüfstation leistungsstarke Tiere aus dem Prüfabschnitt I (Eigenleistungsprüfung) zur Feststellung der Eignung zur Landschaftspflege, der Wachstumskapazität und der Zuchteignung aufgestellt. Sie dauert bis zur Körung der Jungböcke und wird in Großgruppenhaltung als „klassische“ Stall-Weide-Haltung durchgeführt. Nach Abschluss dieser Periode können die Böcke bis zur Auktion weiterhin in der Station verbleiben.

Dieser Prüfabschnitt bietet insbesondere für Züchter mit kleineren Beständen eine Reihe von Vorteilen:

● Aufzucht der Tiere unter standardisierten Bedingungen,

→ gute Vergleichbarkeit der Betriebe über einen längeren Zeitraum,

→ objektivere Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Tiere,,

● detailliertere Leistungsinformationen zu den Tieren, da zusätzliche Hilfsmerkmale in

   die Prüfung eingeordnet werden können (z.B. Ultraschall-Messungen) und

● geringerer Aufwand (Fahr- und Zeitaufwand) für die Mitarbeiter des Zuchtverbandes

   für notwendige Bestandsdurchsichten und die Körung der Tiere.

Im „Feld“ weisen ähnliche Vorteile nur Zuchtbetriebe mit größeren Beständen auf, die in der Lage und auch bereit sind, den Aufwand für die gleichzeitige Prüfung einer höheren Anzahl Söhne mehrerer Vatertiere zu betreiben.

Ultraschallmessungen zur Abschätzung des zu erwartenden Schlachtwertes

 

Bereits seit 1993 gehören Ultraschallmessungen der Muskel- und Fettdicke beim Lamm zur Routine bei der Durchführung der stationären Nachkommen- und Eigenleistungsprüfung sowie bei den durchgeführten umfangreichen Kreuzungs- und Fütterungsversuchen. Sie werden nicht nur als Hilfsmittel zur Ermittlung des optimalen Schlachtzeitpunktes genutzt, sondern auch zur Abschätzung des zu erwartenden Schlachtwertes der Tiere.

Zu beachten ist allerdings, dass Ultraschallmessungen die Ermittlung der Schlachtwertes der Tiere nicht ersetzen können, da sie nur punktuell erfolgen.

Ergebnisse der Leistungsprüfung - Prüftagszunahmen in g

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Gesamt 424 406 442 400 425 406 438 461 446 407 416 444
Eigenleistungsprüfung 413 401 457 392 428 419 430 452 437 416 373 382
Nachkommenprüfung 434 425 434 441 418 400 443 473 459 400 477 480

Ergebnisse nach Rassen - Eigenleistungsprüfung 2015 Zuchtbockanwärter

IDF SUF SKF DOS WKF
Tiere 7/6 1 5/4 1 3
PTZ in g 382 328 418 366 356
257 - 446 336 - 491 327 - 385
FEA 41,53 39,07 38,14 46,48 35,56
MJ/kg 34,95 - 60,45 31,88 - 50,93 32,11 - 38,92
US - M 25,8 27 25,5 26 23,7
mm 22 - 32 24 - 26 23 - 24
US - F 4,8 5 7 6 4,7
mm 3 - 8 5 - 8 5 - 7

Ergebnisse Nachkommenprüfung

SKF gesamt Bock I Bock II Bock III Bock IV
mm 4 - 8 5 - 7 6 - 8 6
2015 mv05030/rp00795 mv05004 mv05004 mv05004/by05013
geprüfte Nachkommen 26 7 7 6 6
PT 41,2 42,1 37 42 44,3
PTZ 480 457 514 480 466
g 429 - 549 449 - 603 396 - 523 398 - 577
FEA 33,9 32,8 33,8 34,7 31,65
MJ/kg 27 - 41 25,2 - 39 30,7 - 37,5 26,1 - 39,4
SAB in % 50,36 48,51 51,88 50,83 50,53
OF-Punkte 6,5 6,4 6,5 6,7 6,5
KS-Punkte 6,9 7,3 6,5 6,7 7,2
RL-Punkte 7,3 7,4 7,2 7,2 7,5
K-Punkte 7,6 7,6 7,5 7,3 8,2
KU in cm 65,6 65,3 65,6 65,0 66,8
SB in cm 20 20,1 19,2 20,8 20,0
RMF in cm² 20,2 20,2 19,8 21,2 19,8
RL in cm 40,5 40,6 44,1 38,5 38,8
NF in g 199 150 221,7 168 263
US - MD 27,1 26,7 27,4 26,8 27,3
mm 23 - 30 24 - 31 25 - 29 23 - 30
US - FA 6,2 6,0 6,1 6,5 6,0
* Bei Bock III wurden die Ergebnisse (Zunahmen, Futterverwertung, Ultraschall) der Böcke aus der Eigenleistungsprüfung mit einbezogen. Lammböcke der ELS und NKP werden unter den gleichen Prüfbedingungen gehalten.

 

PTZ - Prüftagszunahme in g; LTZ - Lebenstagszunahme in g; FEA  Futterenergieaufwand in Megajoule je kg Zuwachs; SKA - Schlachtkörperausbeute in %; OF - Oberflächenfettpunkte; KS - Kamm-Schulter-Punkte; RL Rücken-Lende-Punkte; K - Keulepunkte; KU - Keulenumfang in cm; RMF - Rückenmuskelfläche in cm²; RL - Rückenlänge; NF - Nierenfett in g; USMD - Ultraschall Muskeldicke in mm; USFA - Ultraschall Fettauflage in mm
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Zuchtbockanwärter

Stationsgeprüfter Zuchtbock